Was ist eine Gesamtschule? Wie funktioniert der Schulalltag an einer solchen Schule?
Antworten auf diese Fragen bekamen die Eltern der der künftigen Fünftklässler am Tag der offenen Tür vom Schulleitungsteam Gesa Aden und Simon Behring persönlich. Sie erklärten allen interessierten Eltern, wie das gemeinsame Lernen auf verschiedenen Leistungsstufen geht: "Differenzierung ist das zentrale Stichwort. Das bedeutet, dass jede Schülerin und jeder Schüler Aufgabenbekommt, die dem individuellen Leistungsstand entsprechen. So lernen zwar alle gemeinsam in einer Klasse, aber jeder und jede Einzelne wird passend gefördert und kann sich so am besten entwickeln. "Sitzenbleiben" gibt es bei uns nicht, auch wenn die Leistungen in der kritischen Phase der Pubertät einmal einbrechen sollten", führte Gesa Aden aus.
"Mein Kind ist hier sehr glücklich und das ist mir am wichtigsten", betonte die Mutter einer Schülerin, die sich gerade Basteleien auf dem Weihnachtsbasar ansah. Wie immer trafen sich hier Eltern, um über persönliche Erfahrungen zu sprechen. Dazu diente auch die Talkrunde mit ehemaligen Schülerinnen und Schülern der AES, die authentisch berichtet: Was habe ich hier gelernt? Waren die Lehrkräfte engagiert und nett? Wie bewerte ich im Nachgang meine Schulzeit? Die Besuchenden konnten dann offen Fragen stellen - auch kritische.
Die Veranstaltungen waren in diesem Jahr besonders gut besucht, denn die Zahl der Schülerinnen und Schüler steigt. Es hat sich in Langen, Egelsbach und den angrenzenden Gemeinden herumgesprochen, dass die AES in den nächsten Jahren ausgebaut und um bis zu drei Züge vergrößert wird. Schulleiterin Gesa Aden ist sich der vielfältigen Herausforderungen bewusst: die wachsende Schülerschaft, ein größeres Kollegium und der Ausbau werden die Schule verändern. Die Umgestaltung bietet viele Chancen, weil die AES nicht nur größer, sondern vor allem moderner und damit fit für die Zukunft.
Denn ein moderner Bildungsauftrag beinhaltet viele Bereiche: soziales Lernen, Berufsorientierung, Gesundheit und Medienkompetenz sind nur einige davon. Dass sehr viele Aktivitäten unter dem Dach einer Schule gleichzeitig ablaufen und miteinander koordiniert werden müssen, wurde an diesem Tag sichtbar. In fast allen Klassenräumen reihte sich ein Infostand an den nächsten: das Team der Schulsozialarbeit präsentierte ihre zahlreichen Projekte, die Schulgesundheitskraft Vanessa Lehr informierte mit den Schüler- "Sanis" über ihre Arbeit, Marlies Lindner erläuterte die Angebote zur Berufsorientierung und in den Computerräumen präsentierte sich das Fach "Digitale Welt" neben der Robotik-AG.
Dieses Jahr wurden die meisten Infostände in Klassenräumen aufgebaut, denn der Raum als "Pädagoge" spielte eine wichtige Rolle im Schulalltag. "Einfach bewegen(d)" heißt eine Initiative, die in der AES bereits etabliert ist. Es geht darum, Bewegung in den Schulalltag zu bringen - nicht nur im Sportunterricht sollen die Schülerinnen und Schüler ihren Bewegungsdrang ausleben können, sondern in allen anderen Fächern. Das ist nicht nur für den Körper gesund, sondern auch für die Psyche und Konzentration. Entsprechend sind die Klassenräume mit Alternativen zum starren Sitzen auf Stühlen ausgestattet: Matten für das Arbeiten im Liegen, Sitzsäcke und Hocker für mobiles Sitzen.
Ein weiteres großes Anliegen der Schule sein die Leseförderung, erläutert Alina Georgi in der Schulbücherei. Als Fachleiterin Deutsch kümmert sie sich darum, dass in immer mehr Klassenräumen Leseecken und ausreichend Bücher vorhanden seien. Sie und das Deutschteam möchten mit regelmäßigen Lesezeiten im Rahmen eines Lesebandes Schülerinnen und Schüler ermuntern, öfter ein Buch zu lesen. Das Eintauchen in Geschichten und die Ruhe beim Lesen fördere nämlich auch die allgemeine Konzentrationsförderung und dass seelische Wohlbefinden der Jugendlichen.
Zur Entfaltung der eigenen Persönlichkeit tragen Arbeitsgemeinschaften bei, in denen sich die Jugendlichen abseits der klassischen Schulfächer ausprobieren können: die Theater-AG von Pia Hack zeigt in der Sporthalle eines ihrer kreativen Stücke und beim Stand der Reit-AG wurden für Interessierte gesunde Haferriegel produziert, die vermutlich auch Pferden schmecken würden. In der Fahrrad-AG lernt man seinen Drahtesel selbstständig zu reparieren, an diesem Tag konnte man kleine Sachen gewinnen, wenn man am Glücksrad drehte oder ein Rätsel zu Verkehrsregeln löste. In der Schulküche, wo normalerweise gesunde Mahlzeiten gekocht werden, dekorierten die kleinen Besuchenden Plätzchen.
Den Nachmittag konnten die Besuchenden an den Ständen des Weihnachtsbasars, der Feuerschale und im Café Einstein bei weihnachtlichen Klängen entspannt beenden.
Scheich 12/2025






